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FF Ko Eine Ära geht zu Ende

Verabschiedung Kmdt. a.D. Dieter Quintus

Genau 30 Jahre lang, von 1987 bis 2017, war Dieter Quintus Kommandant der Feuerwehr Konstanz. Am Mittwochabend wurde er nun offiziell aus dem aktiven Dienst verabschiedet, nachdem er die Leitung der Konstanzer Wehr schon im Februar an seinen Nachfolger Bernd Roth übergeben hatte. Ob er denn die roten Autos schon vermisse, werde er häufig gefragt. "Mir fehlt bisher überhaupt nichts", lautet seine Antwort darauf. Er genieße die Ruhe.

Während Heinrich Fuchs, der moderierend durch den Abend führte, darüber scherzte, dass das Piepen seines Funkmeldeempfängers Quintus künftig nicht mehr vor lästiger Hausarbeit retten könne, hallen plötzlich Pieptöne durch den Raum - bei den Kameraden seines ehemaligen Löschzugs hat der Melder ausgelöst. Der Großteil des Löschbereichs Wollmatingen war jedoch bei der Verabschiedung seines ehemaligen Zugmitglieds im Konzil, weshalb die in Bereitschaft stehenden benachbarten Löschbereiche ausrücken mussten. Es war wohl der beste Beweis für die Beliebtheit, die der ehemalige Kommandant trotz seiner im Laufe des Abends mehrfach erwähnten "Ecken und Kanten" unter seinen Kameraden der freiwilligen Wehr genießt. Und das beruht auf Gegenseitigkeit. Die zwei persönlichen Wünsche, die er für die Feuerwehr Konstanz habe, lauteten nämlich: "dass alle immer heil aus dem Einsatz zurückkommen und dass die Freiwillige Feuerwehr weiterhin so einen hohen Stellenwert innerhalb der Feuerwehr Konstanz einnimmt“.

Den Auftakt des Abends bestritt der Spielmannszug der Feuerwehr Konstanz, bevor Moderator Heinrich Fuchs die Gäste begrüßte. „Mit präzisen Worten und ausdrucksstarken Bildern“ hat Hans-Jürgen Oexl, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Konstanz und stellvertretender Kreisbrandmeister, dann das Feuerwehrleben von Dieter Quintus Revue passieren lassen. Von ernst bis heiter war alles dabei. Zwischen Einsatzbilder und Fuhrpark-Fotos mischten sich ein Esel (Wettschulden) und ein Hemdklonker-Kostüm (Narrentreiben), aber auch Fotos von Dieter Quintus mit seinen Kameraden bei Veranstaltungen zu wohltätigen Zwecken. Die Verbildlichung von den Begriffen, die durchweg alle Redner immer wieder aufgriffen: „Ecken und Kanten“ als Umschreibung seines Durchsetzungsvermögens und seiner Willenskraft, „Humor“ sowie „hilfsbereit und fürsorglich“. Eine echte Persönlichkeit eben. Entsprechend waren die Vorträge gespickt mit Anekdoten über „den Langen“, wie der Hochgewachsene Quintus unter seinen Kameraden dank seiner Körpergröße liebevoll genannt wird.

Der höchste Repräsentant der Feuerwehr in Baden-Württemberg, Landesbranddirektor Karsten Homrighausen, würdigte das Lebenswerk von Dieter Quintus mit der höchsten Ehrung des Landes, dem Feuerwehr-Ehrenabzeichen in der Sonderstufe. „Der Name Dieter Quintus ist im Feuerwehrwesen des Landes Baden-Württemberg ein Begriff“, bringt Homrighausen die Zeugnisse des Engagements von Dieter Quintus auf den Punkt. Von OB Uli Burchardt erhielt Quintus die Ehrennadel der Stadt Konstanz. Hierbei hob Burchardt besonders das freiwillige Engagement des Konstanzers hervor. Dieser sei „weit über seine beruflichen Verpflichtungen hinaus für die Feuerwehr Konstanz und damit auch für die Stadt Konstanz tätig“ gewesen. Der Oberbürgermeister betonte, dass die Feuerwehr Konstanz eine Wehr sei, “auf die Konstanz stolz sein kann”. Dies sei zu einem Großteil auch Dieter Quintus zu verdanken, der die Feuerwehr Konstanz 30 Jahre lang geformt und geprägt hat.

Einige seiner bedeutendsten Leistungen haben mehrere Redner herausgestellt: Die Integration der Frauengruppe in die aktive Wehr, die Förderung der Jugendfeuerwehr, die Neuaufstellung der Ölwehr, die besondere Pflege der Beziehungen zu den Partnerstädten Tabor und Fontainebleau sowie in die Schweiz und die Sammelbeschaffung von Fahrzeugen, welche vom Kreisverband auch in dieser Art fortgeführt werde, wie Helmut Richter berichten konnte. Dies entlaste vor allem die kleineren Wehren, weiß der Vorsitzende des Kreisverbandes, und ist damit kameradschaftlicher Beitrag auf Kreisebene. Dieter Quintus habe generell „wesentlich zur Weiterentwicklung des Feuerwehrwesens im Kreis beigetragen“, sagte Richter. Auch der amtierende Kommandant der Feuerwehr Konstanz und somit Quintus' Nachfolger, Bernd Roth, bestätigte, dass er die Arbeit von Dieter Quintus in diesen Bereichen fortführen wolle.

Die Redner: Oberbürgermeister Uli Burchardt, stellvertretender Kommandant und stellvertretender Kreisbrandmeister Hans-Jürgen Oexl, stellvertretender Amtsleiter Uwe Jordan, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Helmut Richter, Landesbranddirektor Karsten Homrighausen, Feuerwehr Fontainebleau (Frankreich), Feuerwehr Tabor (Tschechien), Kommandant der Feuerwehr Weinfelden Stefan Jünger.

Redakteur: Svenja Schönthaler

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